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Zurückhaltung an der Startlinie

25. 11. 2022

Das Interesse am Laufen ist während Corona gestiegen – bei Veranstaltungen zeigt sich das nicht immer!

 

Wenn an diesem Samstag mit dem Berger Adventslauf die Laufserie um den Sparkassen-Cup zu Ende geht, dann ist auch ein Sportjahr auf der Zielgeraden, das Veranstalter mindestens mit einem Fragezeichen zurücklässt: Wenn der Laufsport in der Corona-Pandemie doch einen großen Zuwachs verzeichnete, warum finden dann nicht automatisch mehr Teilnehmer bei Veranstaltungen an die Startlinie?

 

„Wo sind sie geblieben?“, fragt sich Franz-Josef Dirkes, Macher hinter der Laufserie im Osnabrücker Nordkreis. Er sei „eigentlich sehr zufrieden“ mit der Resonanz. Aber es ginge noch mehr. „Man sieht ja viele laufen“, sagt er, nur in den Startlisten schlägt sich der Pandemie-Boom des Laufsports nicht nieder. Die Teilnehmerzahlen beim Sparkassen-Cup haben noch nicht das Niveau von vor der Pandemie erreicht. „Ob es da noch eine Hemmschwelle gibt, mit vielen anderen an der Startlinie zu stehen?“ Dirkes kann nur mutmaßen.

 

1820 Starter zählte er 2019 bei den zwölf Wertungsläufen. Nun werden es mit Berge voraussichtlich 1200. Einkalkuliert hat Dirkes dabei auch schon, dass das Serienfinale noch mal gefragt sein dürfte, denn „es geht noch mal um wichtige Punkte für die Cup-Wertung“. Bei den Männern steuert Andreas Bröring (Lohne) auf den Gesamtsieg zu, „beim zweiten bis vierten Platz kann noch einiges passieren“, sagt der Cheforganisator. Bei den Frauen könnte es zum Foto-Finish kommen: Spitzenreiterin Katja Bielefeld (Bramscher Rumläufer) hat in der Gesamtwertung Verfolgerin Corinna Sonneck dicht auf den Fersen. Die vereinslose 26-Jährige hat nur einen Punkt Rückstand.

Schon bei der vorletzten Cup-Etappe in Fürstenau gingen Dirkes’ Mundwinkel schon wieder etwas weiter nach oben. „Da ging es mit 240 Startern schon wieder aufwärts“, auch beim Nachwuchs. Trotzdem sind die Zahlen im Staas-Junior-Cup noch ernüchternder als bei den Erwachsenen: Von 655 Gesamtstartern auf den sechs Strecken im Jahr 2019 sank die Zahl auf 250 in diesem Jahr.

 

Rückläufig war auch das Interesse am Meller Crosslauf: 175 Teilnehmer kamen zur 44. Auflage. Auf das Stammpublikum der Ossen-Cross-Serie konnte der SCM nicht mehr zählen. Anfang November hatte Wolf-Dieter Fehling das mutmaßliche Ende der Serie verkündet. Die 28. Auflage im Jahr 2019 vor Corona war die vorerst letzte. Immer mehr Aufwand, immer weniger Helfer, „die Boomzeit der Volksläufe scheint vorbei“, folgerte Fehling.

 

Zumindest werden es die Läufe, die nicht einer Serie angehören, schwer haben, ihre Teilnehmerfelder zu generieren, vermutet Tobias Rasper. Er kennt die Szene und kann als Inhaber eines Sportgeschäfts an den Verkaufszahlen ablesen, dass Trainingsschuhe gefragter sind als Modelle für den Wettkampf. Zudem sei der Anteil der weiblichen Kundschaft in seinem Laden gestiegen, und wenn da über Interessen und Ziele gesprochen werde, dann stehe der Wettkampf eben nicht so hoch im Kurs wie bei den männlichen Kunden. „Vielen geht es um den Gesundheitsaspekt und den Spaß an der Bewegung“, formuliert Rasper eine Tendenz. Und weil während Corona viele Veranstaltungen entfallen seien, habe sich „eine gewisse Entwöhnung“ eingestellt. Heißt: Trainiert wird noch, aber das geht ja auch ohne einen Wettkampf als Ziel.

 

Ein allgemeingültiger Trend ist das nicht. Bei der Dreierpack-Serie, die Rasper seit einigen Jahren koordiniert, habe es in diesem Jahr „ein Rekordteilnehmerfeld“ gegeben. Allerdings: „Wir hatten mehr Teilnehmer, aber weniger Vereinsläufer.“ Der Individualsportler ohne Vereinsanbindung – ein Produkt der Pandemie. Weil es aus den Corona-Jahren auch noch Anmelde-Überhänge gab, andererseits aber viele im Jahresverlauf noch mit Erkrankungen und ihren Folgen zu kämpfen hatten, interpretiert Rasper alle Zahlen mit Vorsicht. „Es gab viele Sondereffekte“, sagt er. „Im nächsten Jahr werden wir wieder bei null anfangen. Dann wird man sehen, wie sich das weiterentwickelt.“

 

Ist die Zeit der Volksläufe generell vorbei? „Das glaube ich nicht“, sagt Franz-Josef Dirkes. Am 18. März will er mit dem Badberger Frühlingslauf die neue Saison im Sparkassen-Cup einläuten. „Nächstes Jahr wird sich das wieder normalisieren“, hofft er hinsichtlich der Teilnehmerzahlen. Der Tuchmacher-Stadtlauf in Bramsche wird dann die Etappe in Gehrde ersetzen, der Windmühlenlauf des TV Groß Mimmelage an die Stelle des Fürstenauer Herbstlaufs treten. Die Laufserie wird wieder zwölf Veranstaltungen umfassen. „Eine Serie ist schon attraktiv“, sagt Dirkes. Es ist ein Geben und Nehmen: Die Läufer bekommen ein Gesamtpaket, die Veranstalter können mit einem Grundstock an Teilnehmern rechnen, die auch etwas weitere Anreisen in Kauf nehmen. Auch Rasper ist zuversichtlich: „Der Dreierpack mit den Läufen in der Natur wird weiterhin ziehen“ – auch wenn längst nicht alle, die während Corona Lauffans geworden sind, den Wettkampf suchen.

 

Bericht:  NOZ - Johannes Kapitza vom 25.11.2022

 

Bild zur Meldung: Das Laufen hat in der Corona-Pandemie mehr Fans gewonnen, aber bei Veranstaltungen stehen deshalb nicht automatisch mehr Teilnehmer an der Startlinie.

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